Eigentlich wollte Milo nur schlafen

Milo liegt entspannt auf dem Rücken zwischen Kissen und Decken.

MAGAZIN · AUS DER WERKSTATT

Gestern Morgen, kurz nach acht beim Kaffee: Milo wollte schlafen, ich wollte nur etwas am Fernseher ändern. Daraus wurde im Laufe des Tages die erste Version von JARVIS Home.

JARVIS Home

Persönliche Geschichte

Aus der Werkstatt · 7. Oktober 2026

FORMAT

Werkstatt · Persönlich

STAND

7. Oktober 2026

EINORDNUNG

JARVIS Home v1 · Weckertest am 8. Oktober

Milo liegt entspannt auf dem Rücken zwischen Kissen und Decken.
Gestern Morgen, kurz nach acht beim Kaffee: Milo wollte einfach nur schlafen. Aufgenommen am 6. Oktober 2026. Privatfoto.

Gestern Morgen, kurz nach acht, saß ich mit meinem Kaffee da. Milo lag auf dem Rücken, die Pfoten entspannt, und wollte einfach nur schlafen. Ich wollte eigentlich nur etwas am Fernseher umstellen.

Dann kam die Fernbedienung ins Spiel. Und mit ihr eine Frage, die meinen Tagesplan etwas verändern sollte: Eigentlich müsste ich meine MagentaTV One doch auch anders steuern können. Über JARVIS zum Beispiel.

Ich wollte keinen persönlichen KI-Assistenten an einem Tag fertigbauen. Ich wollte etwas am Fernseher ändern. Rückblickend muss ich allerdings zugeben: „Eigentlich müsste das doch gehen“ ist bei mir selten das Ende einer Beschäftigung.

Eine Wohnung voller smarter Inseln

An smarten Einzelteilen fehlte es nicht. Der Fernseher ließ sich bedienen, die MagentaTV-Box ebenfalls. konnte Dinge anstoßen, die Leuchten hatten ihre Steuerung, Spotify spielte Musik. Für sich genommen konnten diese Systeme schon einiges. Nur gemeinsam ansteuern konnte ich sie noch nicht so, wie ich mir das vorstellte.

Das Bild, das für mich am besten dazu passt, sind Inseln. Jede hatte ihren eigenen kleinen Flughafen. Ich konnte überall hin, musste aber jede Insel einzeln anfliegen. Mal diese Anwendung, mal jene Fernbedienung, mal ein anderer Zugang. Zwischen den Inseln fehlten die Verbindungen.

„Smart“ war also durchaus schon etwas. Nur musste ich die Wege dazwischen noch selbst übernehmen.

Milo hatte dieses Problem nicht. Er war bereits angekommen.

Vom Fernseher zum nächsten Hindernis

Die Frage nach der MagentaTV One blieb nicht lange allein. Sobald wir anfingen, die Steuerung zusammenzuführen, tauchten die nächsten Fragen auf: Welcher Zugang funktioniert tatsächlich? Welches Gerät ist gemeint? Und wie kommt JARVIS vom Gespräch zu einer Aktion in meiner Wohnung?

Mit „wir“ meine ich hier mich und JARVIS, meine KI-Unterstützung. Ich gab die Richtung vor, probierte aus und meldete zurück, was wirklich passierte. JARVIS half beim Prüfen, Verbinden und Einrichten. Das war an diesem Tag weniger ein großer Bauplan als eine Folge kleiner, konkreter Probleme.

Die MagentaTV-Box bekam ihren Weg über , ebenso der Fernseher und weitere vorhandene Geräte. Der Rechner wurde zur erreichbaren Brücke für die Aufträge aus unserem Gespräch. Dabei ging es auch um eine ziemlich unspektakuläre Voraussetzung: Wenn der Bildschirm ausgeht, soll nicht gleich die ganze Verbindung Feierabend machen.

Nicht jeder erste Ansatz funktionierte. Wir mussten genauer hinsehen, Wege korrigieren und anschließend wieder testen. Manchmal war eine Funktion grundsätzlich vorhanden, aber damit noch lange nicht über den gewünschten Zugang benutzbar. Dieses „müsste gehen“ erwies sich mehrfach als Arbeitsauftrag.

Aus dem kleinen Wunsch am Fernseher wurde so nach und nach etwas Größeres. Und Milo blieb der ruhende Gegenentwurf zu meiner Vorstellung von einem kurzen Techniktest.

„Niemand hat gesagt, du sollst raten“

Wie wichtig eindeutige Wege sind, zeigte später ausgerechnet eine der einfachsten Bitten: „Mach das Licht in der Küche an.“

Für mich war klar, welche Lampe gemeint war. Für JARVIS war noch nicht sauber hinterlegt, wie sie zu erreichen ist. Das Küchenlicht kommt von und wird über Alexa angesprochen. Home Assistant gehört zum eingerichteten Steuerweg. Aber aus diesen Namen allein ergibt sich noch kein verlässlicher Handgriff.

An dieser Stelle wurde ein Weg angenommen, der nicht passte. Meine Antwort darauf war entsprechend deutlich: „Niemand hat gesagt, du sollst raten.“

Ich wollte keinen Assistenten, der möglichst überzeugend erklärt, wo der Schalter vermutlich sein könnte. Ich wollte, dass er den richtigen findet. Und wenn er den Weg nicht kennt, soll er genau das sagen.

Also bekam JARVIS eine Geräte- und Zugangskarte. Darin steht sinngemäß: Mit „Licht Küche“ ist dieses Gerät gemeint. Dorthin führt dieser Weg. Diese Aktionen sind darüber bekannt. Fehlt etwas, wird nachgefragt, statt irgendeine Ersatzroute auszuprobieren.

In unserem Inselbild waren das die verlässlichen Verbindungen. Ein Flughafen auf der Karte genügt schließlich nicht, wenn man nicht weiß, wie man dort landet.

Morgens einzelne Inseln, abends ein Archipel

Am Ende des Tages stand die erste Version von JARVIS Home. Kein fertiger Assistent aus einem Film. Aber eine gemeinsame Steuerung für Dinge, die morgens noch stärker für sich gestanden hatten.

Die einzelnen Systeme blieben dieselben. Sie waren nun über bekannte Wege gemeinsam erreichbar. Ich musste nicht mehr für jeden Handgriff selbst zur nächsten Bedienoberfläche wechseln. Ich konnte einen Auftrag geben, und JARVIS konnte über die eingerichteten Werkzeuge eine echte Geräteaktion auslösen.

Die Antwort blieb nicht mehr nur im Chat. Sie kam auch aus der Wohnung.

Das war für mich der eigentliche Moment. Natürlich hatte ich vorher schon Licht einschalten und den Fernseher bedienen können. Aber die vielen kleinen Experimente bekamen plötzlich einen Zusammenhang. Aus der Sammlung wurde etwas, das mir tatsächlich Arbeit abnehmen konnte.

Ich war ein bisschen überrascht, wie sehr mich das freute. Es war ja nichts Spektakuläres zu sehen. Kein neues Gerät stand im Raum. Trotzdem hatte sich etwas verändert: Die Wege, die vorher in meinem Kopf und in meinen Handgriffen lagen, waren ein Stück weit nutzbar geworden.

Morgens hatten wir smarte Inseln. Abends hatten wir einen Archipel. In meinem Kopf waren wir damit schon ungefähr in der Karibik. Milo war weiterhin zu Hause und hatte für diese Reise erfreulicherweise nichts packen müssen.

Und dann war da noch der Wecker

Mit den neuen Verbindungen kam eine Idee zurück, an der wir in den Tagen davor schon gearbeitet hatten: Musik und Licht als Wecker. Bei den Versuchen mit Spotify und ChatGPT waren einzelne Steuerfunktionen zwar grundsätzlich zugänglich gewesen. Der gewünschte Weckerablauf war damit aber noch nicht zustande gekommen.

Jetzt gab es einen zusätzlichen Weg über den Rechner und die eingerichtete Steuerung. Damit konnten wir die Frage noch einmal praktisch angehen.

Mein Wunsch: die Playlist „Performing Epic Rock“, zum Einstieg „Hells Bells“ von AC/DC, und dazu das Licht langsam von dunkel bis höchstens ungefähr 30 Prozent hochfahren. Angenehmes Licht und AC/DC passen für mich durchaus zusammen. Milo wurde bei der Musikauswahl nicht gefragt.

Am nächsten Morgen, dem 7. Oktober, zeigte der automatische Versuch zunächst noch einen Fehler. Nach einem Probelauf führten wir den Ablauf erneut per Auftrag aus, inzwischen nach der vorgesehenen Weckzeit. Musik und Licht ließen sich im gemeinsamen Test auslösen. Für mich war das wieder dieser kleine Unterschied zwischen einer besprochenen Möglichkeit und etwas, das tatsächlich passierte.

Der reguläre Test zur vorgesehenen Uhrzeit ist für den 8. Oktober eingeplant. Ob der Ablauf dann rechtzeitig und ohne mein Nachhelfen startet, muss dieser Versuch zeigen. Ein funktionierender Auftrag und ein zuverlässiger Wecker sind eben noch nicht ganz dasselbe.

Trotzdem konnten wir innerhalb weniger Tage mehrere Hindernisse aus dem Weg räumen. Die neue Verbindung half plötzlich auch bei einer älteren Idee, die zuvor festgehangen hatte. Das gefällt mir an dieser Art zu arbeiten: Vorhandenes sinnvoll zusammenzubringen kann mehr bewirken, als für jede Aufgabe wieder von vorn anzufangen.

Ein Assistent muss seine Wege kennen

Ich nehme aus diesen Tagen vor allem mit, dass ein hilfreicher nicht alles wissen muss. Er braucht ein brauchbares Bild davon, welche Werkzeuge vorhanden sind, wie er sie erreicht und was er damit tun darf. Und er muss erkennen, wann eine Information oder eine Entscheidung von mir fehlt.

Licht und Musik darf JARVIS auf meinen Auftrag hin bedienen. Für Websiteänderungen gelten definierte Regeln. Eine Bewerbung geht erst nach meiner Freigabe raus; beim Geldausgeben braucht es klare Grenzen und gegebenenfalls meine ausdrückliche Zustimmung.

KI beschleunigt. Der Mensch entscheidet. Zu Hause wird dieser Satz erfreulich konkret. Ich kann Aufgaben abgeben, ohne so zu tun, als hätte ich auch die Verantwortung abgegeben.

Der nächste Schritt ist, die Verbindungen verlässlicher zu machen. Offene Browser und eingeloggte Sitzungen helfen bei manchen Experimenten. Für die Home-Assistant-Steuerung gibt es inzwischen bereits einen direkten -Zugang. Bei weiteren Aufgaben sollen dokumentierte Schnittstellen, oder kleine, klar begrenzte Endpunkte die Abhängigkeit von offenen Fenstern verringern.

Der Gedanke steckt auch in „Das Web lernt, mit KI zu sprechen“. Diesmal ging es allerdings um meine eigene Wohnung. Und wir kamen mit den vorhandenen Geräten und gezielten Ergänzungen weiter, statt für jede neue Frage gleich ein neues System aufzubauen. Ressourcensparend heißt dabei nicht, dass alles sofort klappt. Es heißt für mich auch, das Gelernte beim nächsten Problem wiederverwenden zu können.

JARVIS Home ist damit noch nicht fertig. Aber es gibt jetzt eine erste Version, die ihren Namen für mich ein bisschen mehr verdient. JARVIS hatte konkrete Aufträge ausführen können. Ich stand etwas erstaunt vor dem Ergebnis eines Tages, der mit einer Fernbedienung angefangen hatte.

Milo durfte wieder seine Ruhe haben. Sein Plan war von Anfang an gut gewesen.

Er wollte nur schlafen. Ich wollte nur kurz etwas am Fernseher ändern.

Und jetzt bin ich in der Karibik.

Mehr aus der Werkstatt: Warum mein erster KI-A/B-Test keine Antwort lieferte

So entstehen unsere Inhalte · David und Jarvis

Transparenzhinweis

Erlebnis, Perspektive und redaktionelle Verantwortung: David Schmitt. Jarvis ist als KI-Co-Autor an Quellenabgleich, Struktur und Formulierung beteiligt. Grundlage sind Davids Schilderung des 6. und 7. Oktober, die lokale JARVIS-Dokumentation und das Weckerprotokoll vom 7. Oktober 2026. Der Text unterscheidet zwischen bestätigter Beobachtung, angenommenen Befehlen und zuverlässigem Dauerbetrieb. Von David redaktionell geprüft und zur Veröffentlichung freigegeben.